Feministische Mädchenarbeit (kurz:erklärt)

Die pädagogische Arbeit von Frauen mit Mädchen, die in den 19070-er Jahren entstand, wird als feministische Mädchenarbeit bezeichnet. In ihrer Anfangsphase lag der Fokus auf der Schaffung von Freiräumen, die nur für Frauen und Mädchen offen waren, abseits der patriarchalen Strukturen. Die feministische Mädchenarbeit entstand als Antwort auf eine jungenorientierte Jugendarbeit, in der weibliche Pädagoginnen unterrepräsentiert waren. Das  Anliegen war die Stärkung von Mädchen als gesellschaftlich relevante Zielgruppe.

Die Schaffung von Räumen nur für Mädchen galt anfangs vor allem dem Schutz vor Gewalt, Dominanz, Beobachtung und Wertung durch männliche Personen. Ebenso konnten Mädchen experimentieren und eigene Stärken kennenlernen.

Kritik erreichte die Mädchenarbeit vor allem im Zuge der Debatte um Heteronormativität. So wurde Raum geschaffen für vielfältige sexuelle und geschlechtliche Identitäten und Selbstkonstruierungen. Ebenso in Frage gestellt wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends das Bild vom zu rettenden, unterdrückten Mädchen of Color. Strategien abseits der weiß-deutschen Sichtweise wurden entwickelt, um das Ineinandergreifen von Rassismus, Geschlecht und Sexismus zu reflektieren. Gegenwärtig werden daher vermehrt queere Inhalte, sowie rassismuskritische bzw. antirassistische Konzepte einbezogen.

Vor dem Hintergrund der allgemeinen Annahme, dass Geschlechtergerechtigkeit bereits hergestellt sei, sieht sich die Mädchenarbeit zunehmend unter Rechtfertigungsdruck.