Feministische Sicherheitsstudien (kurz:erklärt)

Feministische Sicherheitsstudien untersuchen vor allem (bewaffnete) Konflikte und (Un)Sicherheit, jedoch nicht wie in der Forschung üblich mit einem Fokus auf Staaten, sondern auf Gender (das soziale Geschlecht). Es handelt sich dabei um einen Forschungsbereich, der mit Ansätzen aus verschiedenen Disziplinen arbeitet, z. B. den Theorien der Internationalen Beziehungen, Sicherheitsstudien, Friedens- und Konfliktforschung, aber auch der Soziologie, Psychologie oder Geschichte.

Forscher:innen der traditionellen Sicherheitsstudien verwenden einen engen Begriff von Sicherheit, der sich auf militärische und staatliche Sicherheit beschränkt. Mittlerweile werden hier aber auch breitere Definitionen von Sicherheit verwendet, die z. B. soziale oder wirtschaftliche Sicherheit einschließen und nicht nur Staaten, sondern auch Individuen in den Blick nehmen. Feministische Sicherheitsstudien zählen zu den kritischen Sicherheitsstudien. Der Blick ist hier insbesondere darauf gerichtet, Sicherheit und vor allem auch Geschlecht als sozial konstruiert zu verstehen. Es haben sich mittlerweile verschiedene Ansätze herausgebildet, so z. B. die liberalen, radikalen, kritischen oder postkolonialen Feministischen Sicherheitsstudien.

Thematisch sind sie breit aufgestellt und untersuchen z. B. den Zusammenhang von Macht, Geschlecht und Konflikten. Entsprechend wird sich kritisch mit der dominierenden Vorstellung von Männlichkeit im Zusammenhang mit Militär, Konflikten und Konfliktparteien, Opfern und Tätern auseinandergesetzt. Andere Forscher:innen beschäftigen sich mit militarisierter Sprache oder damit, wie gesellschaftliche Machtverteilung und Männlichkeit miteinander in Beziehung stehen. Zunehmend werden im Rahmen der postkolonialen Feministischen Sicherheitsstudien auch sogenannte intersektionale Ansätze berücksichtigt, das heißt solche, die ihren Fokus auf Menschen und Gruppen haben, die von mehreren Formen der Diskriminierung gleichzeitig betroffen sind.