Frauenrechte (kurz:erklärt)

Als Frauenrechte werden Grund- und Menschenrechte bezeichnet, die für Frauen und Mädchen besonders relevant sind. Bereits im 18. Jahrhundert forderte die erste Welle der Frauenbewegung die volle rechtliche, politische und soziale Gleichstellung. Nachdem die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern 1949 ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen worden war, strebte die zweite Frauenbewegung nach deren praktischer Umsetzung.

Das internationale Recht ist trotz vergleichbarer Gleichstellungsgebote seit seinen Ursprüngen in der Aufklärung durch eine männlich orientierte Norm geprägt, indem die öffentliche vor die private Sphäre, in der sich Frauenrechtsverletzungen gehäuft ereignen, gestellt wird. Erst auf UN-Frauenrechtskonferenzen in den 1990-er Jahren wurden Frauenrechte als Menschenrechte konzeptioniert. 2008 trat das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft, das die Gefahr von Mehrfachdiskriminierungen behinderter Frauen anerkennt. Mit der seit 2014 geltenden Istanbul-Konvention des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen wurde der zugrundeliegende Gewaltbegriff erweitert, der seitdem sowohl das öffentliche als auch private Leben umfasst und einen expliziten Straftatbestand bei allen nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen vorsieht.

Kritik an der Konzeption von Frauenrechten als Menschenrechte wird aus unterschiedlichen Richtungen geäußert. Kulturrelativistische Positionen stellen deren universale Gültigkeit in Frage und warnen vor imperialistischen Eingriffen in nichtwestliche Kulturen. Andere fokussieren Mehrfachdiskriminierungen von Frauen in ethnischen Minderheiten. Schließlich warnen Queerfeminist:innen vor der Essentialisierung von Geschlecht und der Reproduktion von Geschlechterbinarität und Differenz.