Paar / Paarbeziehung (kurz:erklärt)

In der Sozialwissenschaft wird unter Paarbeziehungen eine persönliche Beziehungen zwischen zwei Personen bezeichnet, die sich durch Verbindlichkeit (Exklusivität) auszeichnet, ein hohes Maß an Zuwendung aufweist und die Praxis sexueller Interaktion, bzw. die Möglichkeit dazu, einschließt.

Forschungsinteresse an Paarbeziehungen bestand ab den 1960-er Jahren  insbesondere als Vorstufe zur Familiengründung. In der Soziologie bilden Paare seit den 1990-er Jahren einen eigenen Untersuchungsgegenstand. Dazu gehört die Erkenntnis, dass sich die romantischen Liebe in Beziehungen hin zu einer partnerschaftlichen Liebe wandelt, in der Selbstverwirklichung nicht mehr nur innerhalb von Beziehungen möglich ist, sondern auch durch Bestätigung im Beruf.

Paarbeziehungen werden vor allem hinsichtlich der Frage nach gerechter Rollenaufteilung untersucht. So zeigen Studien, dass mit der Familiengründung ein traditionelles Rollenmodell einhergeht. Männer widmen sich stärker ihrer Erwerbstätigkeit, Frauen der Haus- und Sorgearbeit. Ungleichheiten bestehen in Paarbeziehungen also häufig in Bezug auf Arbeitsteilung, der unterschiedlichen Anerkennung von Lebensentwürfen, des Einkommens und der sozialen Absicherung. Paare und Paarbeziehungen werden deshalb auch als wesentliche Schaltstelle der Ungleichheitsproduktion bezeichnet.

Der Fokus auf heterosexuelle Paare vernachlässigt insbesondere die Forschung zu homosexuellen Paarbeziehungen, aber auch zu bi-nationalen Paaren oder zu Freundschaftsbeziehungen sowie zu sog. Singles.