Religion (kurz:erklärt)

Religion ist ein Teilbereich von Kultur. Sie ist sinngebend und bietet Orientierung in vielen Lebensbereichen. In der Religion kommt der Rolle von Männern und Frauen eine wichtige Bedeutung zu. Religiöse Traditionen, Anschauungen, Symbole und Praktiken sind im Hinblick auf die Geschlechter geprägt. Ebenso werden Stereotype und Ideale in Bezug auf die Geschlechter durch Religion bekräftigt. Sie spielt eine Schlüsselrolle für die Legitimation eines geregelten Zusammenlebens einer Gesellschaft, insbesondere mit Blick auf die Geschlechterordnung. Aus dieser ergeben sich auch Auffassungen von Rechten und Pflichten der jeweiligen Geschlechter. Die Mutter spielt eine besondere Rolle für die sog. Vaterfolge (auch Patrilinie genannt: Übertragung z. B. von Besitz ausschließlich über die männliche Linie; auch Nachnamen). Diese führt zu einer starken männlichen Kontrolle über die Frau, die zu Treue, Gehorsam oder Unterordnung angehalten wird.

Die im 19. Jh. entstandene Religionswissenschaft hat den Menschen als religiöses Wesen zunächst geschlechtsneutral begriffen. Mit der Auseinandersetzung um das soziale Geschlecht in der sozialwissenschaftlichen Forschung kam es auch in der Religionswissenschaft zu einem Wendepunkt. Währende Frauen früher nur als Forschungsobjekte behandelt wurden, ähnlich wie eine besondere Erscheinungsform, entwickelte sich später eine religionswissenschaftliche Frauenforschung, die Frauen als Subjekte in den Blick nahm.

Frauen nehmen in Religionen als Träger:innen von Autorität verschiedene Rollen ein, wie z. B. als Schaman:innen, Priester:innen, Prophet:innen oder Heiler:innen. In den großen Religionen Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus ist der Entstehungshintergrund und damit auch die Rollenaufteilung durch männliche Vorherrschaft geprägt. Insofern nahmen und nehmen Männer die wichtigsten Ämter und Leitungsfunktionen