Sexualhormone (kurz:erklärt)

Sexualhormone sind Stoffe, die der menschliche Körper produziert. Man geht davon aus, dass sie verschiedene Vorgänge im Körper auslösen, wie zum Beispiel das Bedürfnis nach Sexualität.

Im späten 19. Jahrhundert bezeichnete man sie zunächst als „körpereigene Sekrete“. Schon damals erforschte man mithilfe von Tierversuchen, wie man bestimmte “Probleme” kraft dieser „körpereigenen Sekrete“ behandeln könnte. Von Anfang an war diese Forschung von traditionellen Geschlechtsvorstellungen geprägt: Man konzentrierte sich auf Leistungssteigerung für Männer und auf Fortpflanzung für Frauen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der aus dem Griechischen stammende Begriff „Hormon“ geprägt, als man herausfand, dass es sich bei den Sekreten um chemische Botenstoffe handelte. Es wurden Testverfahren entwickelt, mit deren Hilfe Hormone nachgewiesen werden konnten. Schon dabei wurde festgestellt, dass es theoretisch möglich sei, mithilfe von Hormonen ein anderes Geschlecht künstlich nachzubilden.

In den 1930-er Jahren wurden recht bald nacheinander vier wichtige Sexualhormone entdeckt. Auf mehreren wissenschaftlichen Konferenzen wurde in „männliche“ und „weibliche“ Hormone unterschieden. Außerdem wurden Normwerte für die einzelnen Hormone definiert, womit man “typisch männliches” oder “typisch weibliches” Verhalten zu erklären versuchte bzw. Abweichungen von diesen Normen pathologisierte. Mithilfe der biologischen Testverfahren ließen sich jedoch „männliche“ Sexualhormone bei Frauen und „weibliche“ Sexualhormone bei Männern feststellen. Schon in dieser Zeit fand man heraus, dass manche Sexualhormone, beispielsweise Östrogen, krebserregend sein können.

In den 1960-er Jahren kehrte man dennoch zu der Ansicht zurück, dass sich Sexualhormone einem Geschlecht zuordnen lassen. Für Frauen wurde in der Zeit die Pille entwickelt, die die erste hormonelle Verhütungsmethode war.