top of page
  • Sabine Gabriel & Patrick Leinhos

Biografieforschung und Geschlecht


kurz:erklärt

Geschlechternormen sind tief in sozialen Strukturen verankert und biographische Erfahrungen sind stets auch durch geschlechterbezogene Positionierungen beeinflusst. Geschlechtserzeugende Praxen sind omnipräsent und persistent. Insbesondere weil geschlechterspezifische Normen frühzeitig internalisiert werden und es teilweise mit erheblichen sozialen Kosten verbunden ist, sich ihrer Herstellung zu entziehen (Hirschauer, 1993; Lindemann, 2011), erhalten Geschlechterrollenvorstellungen (ihre Aneignung, Produktion, Emergenz und Verfestigung) biographische Relevanz. So gesehen, sind Biographien stets auch geschlechterbezogene Konstrukte und deshalb seit langem immer wieder Gegenstand der Geschlechterforschung (Diezinger et al., 1994; Lutz & Davis, 2005). Vor diesem Hintergrund leuchten wir hier das Feld der Biographieforschung im Kontext von geschlechtsfokussierenden oder zumindest -sensiblen Untersuchungen aus. [1]

Wenngleich unter Biographie allgemein eine Lebensgeschichte verstanden wird, hat sie wissenschaftlich vielfältige Bedeutungen und wird mit verschiedenen Forschungsmethoden untersucht. Zu nennen wären beispielsweise Oral History, Tagebuchforschung, historisch-autobiographische Forschung oder ethnografische Beobachtungen biographisch relevanter Ereignisse. Das biographische Interview als zentrale Methode sozialwissenschaftlicher Biographieforschung erhebt mündliche Stegreifschilderung lebensgeschichtlicher Ereignisse (hierzu etwa Schütze, 1983, 1987). Biographien sind in biographischen Interviews als interaktiv-prozessual gestaltete sowie perspektivisch gelagerte Konstrukte zu fassen. Dabei werden biographische Darstellungen je nach zugrunde gelegten theoretischen Perspektiven und Konzepten mit Konsequenzen für die Analyse dieser verschieden charakterisiert. So lassen sich Theoretisierungen von Biographien entlang der Frage differenzieren, ob bzw. inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Darstellung eines vergangenen Ereignisses im Interview und des damaligen Handelns und Erlebens angenommen wird (ausführlich Gabriel, 2021, S. 30-32). Wird theoretisch zugrunde gelegt, dass biographische Darstellungen über Ereignisse eine Übereinstimmung zeigen mit dem damaligen Handeln und Erleben (zur sogenannten Homologiethese Schützes: etwa Schütze 1984, S. 78; zu ihrer Kritik: etwa Bude, 1985; Nassehi, 1994; und zur Gegenkritik: Schütze, 2016, S. 25; Detka & Reim, 2016, S. 13f.), ist Damaliges etwa mit Blick auf die Verlaufsförmigkeit und Erfahrungsaufschichtung (Schütze, 1983, S. 285; Riemann, 1987) analysierbar. In einer anderen Perspektive – unter Annahme einer Diskontinuität oder Heterologie – gerät eher die Überlagerung retrospektiver Darstellungen durch die gegenwärtige Perspektivität mit ihren Einflussfaktoren wie soziale und lokale Verortung oder Interessenlage usw. in den Blick (etwa Brockmeier, 1999, S. 33-34; Scholz, 2004, S. 31). Mit Folgen für die Analyse der biographischen Darstellung dominiert in dieser Perspektive das Hier und Jetzt über das Dort und Damals. Als relativer Common Sense in der Biographieforschung gilt wiederum die analytische Trennung zweier Wissensebenen. Gemäß diesem Grundprinzip liegen sie in biographischen Darbietungen in Form von im- und explizitem Wissen vor. Implizites Wissen bezieht sich auf handlungspraktisches Wissen, das unterschwellig, nicht-reflexiv vorliegt und daher im Vollzug – bspw. in der Textsorte Erzählungen (zur Textsortentrennung: Schütze etwa 1983, 1987) – zum Ausdruck gelangt (u.a. Polany, 1985; Ryle, 1969). Explizit ist demgegenüber ein Wissen, das direkt versprachlicht werden kann, weil es als Eigentheorien wie Einschätzungen, Haltungen, Erklärungen usw. – also in Textform der Argumentation und z.T. Beschreibung – reflexiv vorliegt (Schütze, 1987, S. 191-194). Daneben sind in Erlebnisschilderungen auch gesellschaftliche, sozialweltliche und zeithistorische Lebens- und Wirkzusammenhänge abgelegt (Schulze, 2002, S. 142; Abraham, 2017, S. 132). So sind Biographien als Verschränkung von Subjektivem und Gesellschaftlichem zu fassen, in denen – wenn auch durch das Nadelöhr der Subjekte beziehungsweise ihrer Praxen – strukturelle Lagerungen auf Mikro- und Makroebene zum Ausdruck gebracht werden (etwa Marotzki, 1996; Krüger & Deppe, 2010; Ecarius, 2018, S. 170). [2]

So wie Aneignungsprozesse in der Regel unbemerkt verlaufen und erst im Nachgang reflektiert werden, schreiben sich auch Geschlechterbezüge in eine Biographie, unabhängig von einer bewussten Selbstbeschreibung des Subjekts unterschwellig ein (Dausien, 2000, S. 106). Vergeschlechtlichungsprozesse lassen sich als Abfolge von Zuweisung, Inkorporierung und (De-)Thematisierung fassen (Hirschauer, 2001; Gregor, 2015, S. 141) und in Form geschlechtlicher Ordnungen sowie des Umgangs mit ihnen aus biographischen Darstellungen herauspräparieren (etwa Gildemeister & Wetterer, 1992). Dabei wirken unter anderem geschlechterrelevante Normen und wechselseitige soziale Vorstellungen in Interaktionen und somit auch in biographischen Schilderungen vor allem unbewusst. In der Folge kommen wechselseitige Bezüge subjektiven Handelns und Erlebens mit geschlechterbezogenen Normativitäten eher symptomatisch zum Ausdruck. Durch verschiedene Untersuchungen von Geschlecht als Erfahrungs- und/oder Erzählgegenstand liegen dazu Hinweise auf geschlechtertypische Darbietungsformen vor (etwa Nünning & Nünning, 2004; Scholz, 2004; Gymnich, 2017): Während sich als zentrales Charakteristikum für narrative Interviews mit ‚Männern‘ eine Unsichtbarkeit von Männlichkeitskonstruktionen in Form einer Sprachlosigkeit über sie zeigt (Meuser, 1998), sind biographische (Geschlechter‑)Präsentationen von ‚Frauen‘ stärker von direkten Verweisen geprägt und können mitunter als „Geflecht mehrerer roter Fäden aus dem Text einer Lebensgeschichte herauspräpariert werden“ (Dausien, 2001, S. 64). Und obwohl narrative Interviews insgesamt im Spannungsverhältnis von Geschlechterbezügen und sozialer Rahmung stehen und so von Geschlechterspezifiken mitstrukturiert sind, ist die Relation von biographischer Darstellung und vergeschlechtlichtem Subjekt nicht determiniert, sondern ein Aushandlungsprozess (Dausien, 2001, S. 71). [3]

Biographieforschung zeichnet sich durch eine vielfältige Verwendung von theoretischen Grundlegungen aus. So werden etwa Verknüpfungen zur Theorie Bourdieus (etwa Alheit et al., 1999a/b; Engler, 2001; Siegert, 2021) ebenso hergestellt, wie Bezüge zur Kritischen Theorie (etwa Apitzsch, 2018), zu sozialkonstruktivistischen (etwa Alheit & Dausien, 2000; Dausien, 2012), bildungstheoretischen (etwa Marotzki, 1990; von Felden, 2003; Ecarius, 2006), psychoanalytischen (etwa Dörr et al., 2008; Habermas & Köber, 2015) oder postkolonialen Zugängen (etwa Gutiérrez Rodríguez, 1999; Polat, 2017) Verwendung finden. In biographisch fundierter Geschlechterforschung lassen sich Forschungsrichtungen entlang der Analyse verschiedener Aspekte von Geschlechtlichkeit identifizieren: Frauen*- und Weiblichkeitsforschungen (etwa Wohlrab-Sahr, 1993; Dausien, 1996; Geissler & Oechsle, 1996; Becker-Schmidt, 2010), Männer*- und Männlichkeitsforschung (etwa Connell & Messerschmidt, 2005; Connell, 2006; Meuser, 2010; Spies, 2010) und stärker vielfaltsbezogene geschlechtertheoretische Arbeiten (etwa Schirmer, 2010; Ersan, 2013; Gregor, 2015). Wird die Unterscheidung nach Schwerpunkten, bei denen ‚Geschlecht‘ systematisch aus biographieanalytischer Perspektive einbezogen wird, vorgenommen (ausführlich Dausien, 2010, S. 365-366), sind zum Beispiel folgende Themenschwerpunkte zu erkennen: Arbeit (etwa Becker-Schmidt, Knapp & Schmidt, 1984; Wohlrab-Sahr, 1993), Bildungsprozesse von ‚Frauen‘ (etwa Kraul, 1989; Conrad & Kleinau, 1996; Dausien, 2001), Migration (etwa Agha, 1997; Gutiérrez Rodríguez, 1999; Gültekin, 2003; Hummrich, 2009), Schule (etwa Höblich, 2010; Huxel, 2014), gesellschaftliche und politische Wandlungen (etwa Miethe, 1999), Körper oder Sport (etwa Sobiech, 1994; Rose, 1989; Delow, 2000) oder historische Bezüge (etwa Nave-Herz, 1993; von Engelhardt, 1996; Niethammer, 1996; Habermas, 2000; Heinritz, 2000). Diese Themenbereiche und Einflussfaktoren – von zum Beispiel familiären, gesellschaftlichen, politischen Strukturen, über den Stellenwert von (Bildungs-)Institutionen, hin zu Peers, Beziehungen, Interaktionen – lassen sich in einer biographieanalytischen Perspektive in ihren Genesen, Interdependenzen und sozialisatorischen Einflüssen rekonstruieren. [4]

Insgesamt gilt die Schilderung einer Biographie als komplexe Konstruktionsleistung, die – standortabhängig – auch Prozesse, (Zeit-)Strukturen, Praxen und Diskurse der Vergeschlechtlichung präsentiert, die wiederum je nach theoretischer Perspektive und Method(ologi)e herausgearbeitet werden können. Konstruktivistische Forschungsansätze im weitesten Sinne und die darauf basierenden Ergebnisse können dazu dienen, binären und ontologischen Geschlechtervorstellungen entgegenzutreten und eine ausreichende Offenheit zu erzeugen. Kritische Perspektiven wie beispielsweise Diskussionen rund um den Begriff der Reifizierung (etwa Gabriel et al., 2021) oder auch Intersektionalität (etwa bei Lutz & Davis, 2005; Phoenix, 2010) sind dabei mit zu reflektieren Dabei begleiten nicht nur Theorietraditionen und Forschungsarbeiten der Geschlechterforschungen die (Weiter‑)Entwicklung qualitativer Forschung, insbesondere biographischer Forschung, auch umgekehrt beeinflussen biographische Ansätze die Arbeiten und theoretischen Konzepte der Geschlechterforschungen. [5]

 

Literatur:

Abraham, Anke (2017). Lebenslauf und Biographie. In Robert Gugutzer, Gabriele Klein & Michael Meuser (Hrsg.), Handbuch Körpersoziologie. Band 2: Forschungsfelder und Methodische Zugänge (S. 131-145). Wiesbaden: Springer VS.


Agha, Tahereh (1997). Lebensentwürfe im Exil. Biographische Verarbeitung der Fluchtmigration iranischer Frauen in Deutschland. Frankfurt am Main: Campus.


Alheit, Peter & Dausien, Bettina (2000): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Überlegungen zur Biographizität des Sozialen. In Erika M. Hoerning (Hrsg.), Biographische Sozialisation (S. 257-283). Stuttgart: Lucius & Lucius.


Alheit, Peter, Haack, Hanna, Hofschen, Heinz-Gerd & Meyer-Braun, Renate (1999a). Gebrochene Modernisierung. Sozialgeschichtliche Rekonstruktionen, Bd. 1. Bremen: Donat.


Alheit, Peter; Haack, Hanna; Hofschen, Heinz-Gerd & Meyer-Braun, Renate (1999b). Gebrochene Modernisierung. Soziologische Deutungen, Bd. 2. Bremen: Donat.


Apitzsch, Ursula (2018). Biographieforschung und Kritische Theorie. In Helma Lutz, Martina Schiebel & Elisabeth Tuider (Hrsg.), Handbuch Biographieforschung. Wiesbaden: Springer VS.


Becker-Schmidt, Regina (2010). Doppelte Vergesellschaftung von Frauen. Divergenzen und Brückenschläge zwischen Privat- und Erwerbsleben. In Ruth Becker & Beate Kortendiek (Hrsg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie (S. 65-74). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Becker-Schmidt, Regina; Knapp, Gudrun-Axeli & Schmidt, Beate (1984). Eines ist zuwenig – beides ist zuviel. Erfahrungen von Arbeiterfrauen zwischen Familie und Fabrik. Bonn: Neue Gesellschaft.


Brockmeier, Jens (1999). Erinnerung, Identität und autobiographischer Prozeß. Journal für Psychologie 7 (1), 22-42.


Bude, Heinz (1985). Lebenskonstruktionen haben ihre Zeit. Neue Sammlung 25(2), S. 207-213.


Connell, R. W. & Messerschmidt, James W. (2005). Hegemonic Masculinity. Gender & Society 19 (6), 829-859.


Connell, Raewyn (Hrsg.) (2006). Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Conrad, Anne & Kleinau, Elke (Hrsg.) (1996). Erziehung und Bildung des weiblichen Geschlechts: eine kommentierte Quellensammlung zur Bildungs- und Berufsbildungsgeschichte von Mädchen und Frauen. Weinheim: Deutscher Studienverlag.


Dausien, Bettina (1996). Biographie und Geschlecht. Zur biographischen Konstruktion sozialer Wirklichkeit in Frauenlebensgeschichten. Bremen: Donat.


Dausien, Bettina (2000). „Biographie“ als rekonstruktiver Zugang zu „Geschlecht“. Perspektiven der Biographieforschung. In Doris Lemmermöhle, Dorle Klinka, Dietlind Fischer & Anne Schlüter (Hrsg.), Lesarten des Geschlechts. Zur De-Konstruktionsdebatte in der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung (S. 96-115). Opladen: Leske+Budrich.


Dausien, Bettina (2001). Lebensbegleitendes Lernen in den Biographien von Frauen. Ein biographietheoretisches Bildungskonzept. In Wiltrud Gieseke (Hrsg.), Handbuch zur Frauenbildung (S. 101-114). Opladen: Leske+Budrich.


Dausien, Bettina (2010). Biographieforschung. Theoretische Perspektiven und methodologische Konzepte für eine re-konstruktive Geschlechterforschung. In Ruth Becker & Beate Kortendiek (Hrsg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie (S. 362-375). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Dausien, Bettina (2012). Differenz und Selbst-Verortung – Die soziale Konstruktion von Geschlecht in Biographien als Forschungskonzept. In Brigitte Aulenbacher & Birgit Riegraf (Hrsg.), Erkenntnis und Methode. Geschlechterforschung in Zeiten des Umbruchs (S. 157-177). Wiesbaden: VS Verlag.


Delow, Anke (2000). Leistungssport und Biographie. DDR-Leistungssportler der letzten Generation und ihr schwieriger Weg in die Moderne. Münster: LIT.


Detka, Carsten & Reim, Thomas (2016). Fritz Schütze – Einleitung und bibliographischer Streifzug durch die ausgewählte Literatur. In Fritz Schütze, Werner Fiedler & Heinz-Hermann Krüger (Hrsg.), Sozialwissenschaftliche Prozessanalyse. Grundlagen der qualitativen Sozialforschung (S. 11-20). Opladen: Babara Budrich.


Diezinger, Angelika; Kitzer, Hedwig; Anker, Ingrid; Bingel, Irma; Haas, Erika & Odierna, Simone (Hrsg.) (1994).Erfahrung mit Methode. Wege sozialwissenschaftlicher Frauenforschung. Freiburg im Breisgau: Kore.


Dörr, Margret; von Felden, Heide, Klein; Regina, Macha, Hildegard & Marotzki, Winfried (Hrsg.) (2008). Erinnerung – Reflexion – Geschichte. Erinnerung aus psychoanalytischer und biographietheoretischer Perspektive. Wiesbaden: VS Verlag.


Ecarius, Jutta (2006). Biographieforschung und Lernen. In: Heinz-Hermann Krüger & Winfried Marotzki (Hrsg.), Handbuch erziehungswissenschaftliche Biographieforschung (S. 91-108). Wiesbaden: VS Verlag.


Ecarius, Jutta (2018). Erziehungswissenschaftliche Biographieforschung. In Helma Lutz, Martina Schiebel & Elisabeth Tuider (Hrsg.), Handbuch Biographieforschung (S. 163-174). Wiesbaden: Springer VS.


Engler, Steffani (2001). „In Einsamkeit zur Freiheit“? Zur Konstruktion der wissenschaftlichen Persönlichkeit auf dem Weg zur Professur. Konstanz: UVK.


Ersan, Evrim (2013). Biographie als Kampfplatz. Transsexualität im Spannungsfeld von Sexarbeit und Gewalt. Dissertation eingereicht Universität Wien. DOI:10.13140/RG.2.1.1709.7841


Gabriel, Sabine (2021). Körper in biografieanalytischer Perspektive. Zum Verhältnis von Körper, Biografie und ihrer Erforschbarkeit. Opladen: Barbara Budrich.


Gabriel, Sabine; Kotzyba, Katrin; Leinhos, Patrick; Matthes, Dominique; Meyer, Karina & Völcker, Matthias (Hrsg.) (2021). Soziale Differenz und Reifizierung. Theoretische Zugänge und forschungspraktische Bearbeitungen. Wiesbaden: Springer VS.


Geissler, Birgit & Oechsle, Mechthild (1996). Lebensplanung junger Frauen. Zur widersprüchlichen Modernisierung weiblicher Lebensläufe. Weinheim: Deutscher Studienverlag.


Gildemeister, Regine & Wetterer, Angelika (1992). Wie Geschlechter gemacht werden. Die soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit und ihre Reifizierung in der Frauenforschung. In Gudrun-Axeli Knapp & Angelika Wetterer (Hrsg.), TraditionsBrüche. Entwicklungen feministischer Theorie (S. 201-254). Freiburg im Breisgau: Kore.


Gregor, Anja (2015). Constructing Intersex. Intergeschlechtlichkeit als soziale Kategorie. Bielefeld: Transcript.


Gültekin, Navâl (2003). Bildung, Autonomie, Tradition und Migration. Doppelperspektivität biographischer Prozesse junger Frauen aus der Türkei. Opladen: Leske+Budrich.


Gutiérrez Rodríguez, Encarnación (1999). Intellektuelle Migrantinnen — Subjektivitäten im Zeitalter von Globalisierung. Eine postkoloniale dekonstruktive Analyse von Biographien im Spannungsverhältnis von Ethnisierung und Vergeschlechtlichung. Opladen: Leske+Budrich.


Gymnich, Marion (2017). Erzählen und Gender. In Matías Martínez (Hrsg.), Erzählen. Ein interdisziplinäres Handbuch (S. 326-334). Stuttgart: J.B. Metzler.


Habermas, Rebekka (2000). Frauen und Männer des Bürgertums. Eine Familiengeschichte (1750 - 1850). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.


Habermas, Tilman & Köber, Christin (2015). Autobiographical reasoning in life narratives buffers the effect of biographical disruptions in the sense of self-continuity. Memory 23 (5), S. 664-74.


Heinritz, Charlotte (2000). Auf ungebahnten Wegen. Frauenautobiographien um 1900. Königstein im Taunus: Helmer.


Hirschauer, Stefan (1993). Dekonstruktion und Rekonstruktion. Plädoyer für die Erforschung des Bekannten. Feministische Studien, 11 (2), S. 55-67.


Hirschauer, Stefan (2001). Das Vergessen des Geschlechts. Zur Praxeologie einer Kategorie sozialer Ordnung. In Bettina Heintz (Hrsg.), Geschlechtersoziologie (S. 208-235). Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.


Höblich, Davina (2010). Biografie, Schule und Geschlecht. Bildungschancen von SchülerInnen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Hummrich, Merle (2009). Bildungserfolg und Migration. Biografien junger Frauen in der Einwanderungsgesellschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Huxel, Katrin (2014). Männlichkeit, Ethnizität und Jugend. Präsentationen von Zugehörigkeit im Feld Schule. Wiesbaden: Springer VS.


Kraul, Margret (1989). Frauenautobiographien und Identität. In Hannelore Faulstich-Wieland (Hrsg.), Weibliche Identität. Dokumentation der Fachtagung der AG Frauenforschung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (S. 49-68). Bielefeld: Kleine.


Krüger, Heinz-Hermann & Deppe, Ulrike (2010). Erziehungswissenschaftliche Biographieforschung. In Barbara Friebertshäuser, Antje Langer & Anne Prengel (Hrsg.), Handbuch qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft (S. 61-71). Weinheim: Juventa.


Lindemann, Gesa (2011). Das paradoxe Geschlecht. Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl. Wiesbaden: VS Verlag.


Lutz, Helma & Davis, Kathy (2005). Geschlechterforschung und Biographieforschung. Intersektionalität als biographische Ressource am Beispiel einer außergewöhnlichen Frau. In Bettina Völter, Bettina Dausien, Helma Lutz & Gabriele Rosenthal (Hrsg.), Biographieforschung im Diskurs (S. 228-247). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Marotzki, Winfried (1990). Entwurf einer strukturalen Bildungstheorie. Biographietheoretische Auslegungen von Bildungsprozessen in hochkomplexen Gesellschaften. Weinheim: Deutscher Studien Verlag.


Marotzki, Winfried (1996). Neue Konturen Allgemeiner Pädagogik. Biographie als vermittelnde Kategorie. In Michele Borrelli & Jörg Ruhloff (Hrsg.), Deutsche Gegenwartspädagogik. Band II (S. 67-84). Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.


Meuser, Michael (1998). Geschlecht und Männlichkeit. Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster. Opladen: Leske+Budrich.


Meuser, Michael (2010). Geschlecht und Männlichkeit. Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Miethe, Ingrid (1999). Frauen in der DDR-Opposition. Lebens- und kollektivgeschichtliche Verläufe in einer Frauenfriedensgruppe. Opladen: Leske+Budrich.


Nassehi, Armin (1994): Die Form der Biographie. Theoretische Überlegungen zur Biographieforschung in methodologischer Absicht. BIOS – Zeitschrift für Biographieforschung, Oral History und Lebensverlaufsanalysen 7(1), S. 46-63. URL: https://www.tib.eu/de/suchen/id/olc%3A1649109016/Die-Form-der-Biographie-Theorietische-Überlegungen/ [letzter Zugriff: 03.02.2016].


Nave-Herz, Rosemarie (Hrsg.)(1993). Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland. Hannover: Niedersächsische Landeszentrale für Politische Bildung.


Niethammer, Ortrun (1996): „Wir sind von der Natur und durch die bürgerliche Gesellschaft bestimmt, un mit dem Kleinlichen zu beschäftigen […]“. Formen und Inhalte von Autobiographien bürgerlicher Frauen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In Magdalene Heuser (Hrsg.), Autobiographien von Frauen. Beiträge zu ihrer Geschichte (S. 265-284). Tübingen: Max Niemeyer.


Nünning, Vera & Nünning, Ansgar (Hrsg.) (2004). Erzähltextanalyse und Gender Studies. Stuttgart: J.B. Metzler.


Phoenix, Ann (2010). Psychosoziale Interaktion: Zur Kontextualisierung von Lebensgeschichten Erwachsener aus ethnisch sichtbar differenten Haushalten. In Helma Lutz, Maria Teresa Herrera Vivar & Linda Supik (Hrsg.), Fokus Intersektionalität: Bewegungen und Verortungen eines vielschichtigen Konzeptes (S. 181-200). Wiesbaden: VS Verlag.


Polanyi, Michael (1985). Implizites Wissen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.


Polat, Serpil (2017). „Ich bin Kokosnuss sozusagen“ – Biographisches Sprechen und Subjektpositionen in postkolonialen Ordnungen. In Tina Spies & Elisabeth Tuider (Hrsg.), Biographie und Diskurs. Methodisches Vorgehen und Methodologische Verbindungen (S. 195-212). Wiesbaden: Springer VS.


Riemann, Gerhard (1987). Das Fremdwerden der eigenen Biographie. Narrative Interviews mit psychiatrischen Patienten. München: Wilhelm Fink Verlag.


Rose, Lotte (1989). Zur Ambivalenz weiblicher Karrieren am Beispiel junger Kunstturnerinnen. In Hannelore Faulstich-Wieland (Hrsg.), Weibliche Identität. Dokumentation der Fachtagung der AG Frauenforschung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (S. 83-92). Bielefeld: Kleine.


Ryle, Gilbert (1969). Der Begriff des Geistes.Ditzingen: Reclam.


Schirmer, Uta (2010). Geschlecht anders gestalten. Drag Kinging, geschlechtliche Selbstverhältnisse und Wirklichkeiten. Bielefeld: Transcript.


Scholz, Sylka (2004). Männlichkeit erzählen. Lebensgeschichtliche Identitätskonstruktionen ostdeutscher Männer. Münster: Westfälisches Dampfboot.


Schulze, Theodor (2002). Allgemeine Erziehungswissenschaft und erziehungswissenschaftliche Biographieforschung. In Lothar Wigger, Ernst Cloer, Jörg Ruhloff, Peter Vogel & Christoph Wulf (Hrsg.), Forschungsfelder der Allgemeinen Erziehungswissenschaft (Zeitschrift für Erziehungswissenschaft Beiheft, Bd. 1, S. 129-146). Opladen: Leske+Budrich.


Schütze, Fritz (1983). Biographieforschung und narratives Interview. Neue Praxis 13 (3), S. 283-293.


Schütze, Fritz (1984). Kognitive Figuren des autobiographischen Stegreiferzählens. In Martin Kohli & Günther Robert (Hrsg.), Biographie und soziale Wirklichkeit. Neue Beiträge und Forschungsperspektiven (S. 78-117). Stuttgart: J. B. Metzler.


Schütze, Fritz (1987): Das narrative Interview in Interaktionsfeldstudien I. Studienbrief der Fernuniversität Hagen. Hagen.


Schütze, Fritz (2016). Eine sehr persönlich generalisierte Sicht auf qualitative Sozialforschung. In Fritz Schütze, Werner Fiedler & Heinz-Hermann Krüger (Hrsg.), Sozialwissenschaftliche Prozessanalyse. Grundlagen der qualitativen Sozialforschung (S. 21-51). Opladen: Babara Budrich.


Siegert, Karolina (2021). Lebenswege erzählen. Rekonstruktionen biographischer Bewältigungsstrategien von Adoleszenten am Übergang Schule-Beruf. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.


Sobiech, Gabriele (1994). Grenzüberschreitungen. Körperstrategien von Frauen in modernen Gesellschaften. Opladen: Westdeutscher Verlag.


Spies, Tina (2010). Migration und Männlichkeit. Biographien junger Straffälliger im Diskurs. Bielefeld: Transcript.


Von Engelhardt, Michael (1996). Geschlechtsspezifische Muster des mündlichen autobiographischen Erzählens im 20. Jahrhunderts. In Magdalene Heuser (Hrsg.), Autobiographien von Frauen. Beiträge zu ihrer Geschichte (S. 368-392). Tübingen: Max Niemeyer.


von Felden, Heide (2003). Bildung und Geschlecht zwischen Moderne und Postmoderne. Zur Verknüpfung von Bildungs-, Biographie- und Genderforschung. Opladen: Leske+Budrich.


Wohlrab-Sahr, Monika (1993). Biographische Unsicherheit. Formen weiblicher Identität in der „reflexiven Moderne“: Das Beispiel der Zeitarbeiterinnen (Biographie und Gesellschaft, Bd. 15). Opladen: Leske+Budrich.


Zitationsvorschlag:

Gabriel Sabine; Leinhos, Patrick (2022). Biografieforschung und Geschlecht. In Gender Glossar / Gender Glossary (5 Absätze). Verfügbar unter http://gender-glossar.de


Peristente URN:


 

Dr.in Sabine Gabriel

Dr.in Sabine Gabriel hat Ethnologie, Soziologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Qualitative Bildungs- und Sozialforschung an der Otto von Guericke Universität Magdeburg studiert. Sie war Gastkollegiatin am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt und Graduierten-Stipendiatin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo sie im Fach Erziehungswissenschaft zum Verhältnis von Körper, Biografie und ihrer Erforschbarkeit promoviert hat. Zurzeit ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt „Körpersensible Pädagogik“ innerhalb des Projekts Kalei2 und im ‚Seiteneinstiegsprogramm‘ am Zentrum für Lehrer*innenbildung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind (Leib-)Phänomenologie, Bildungs- und Professionalisierungsforschung, Soziale Differenz und Ungleichheit (insb. Geschlechterforschung und Forschung zu sexualisierter Gewalt)


Kontakt: sabine.gabriel@paedagogik.uni-halle.de


Link zur Webseite


Patrick Leinhos

Patrick Leinhos hat Erziehungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert. Nach einem Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich ‚Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt soziokulturelle Bedingungen von Erziehung und Bildung‘ am Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er promoviert zum Thema Engagement im jungen Erwachsenem alter und nutzt dafür einen biographietheoretischen Zugang. Seine Forschungsschwerpunkte sind qualitative Forschungsmethod(ologi)en, Jugend-, Peer- und Engagementforschung sowie geschlechter- und queertheoretische Ansätze.


Kontakt: Patrick.Leinhos@paedagogik.uni-halle.de


Link zur Website

Zurück zu allen Beiträgen


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Femizid bezeichnet geschlechtsspezifisch motivierte Tötungen/Morde an Frauen und grenzt sie als eigenständig von anderen Tötungsdelikten ab.

Das Konzept des situierten Wissens adressiert, dass Wissen immer konstitutiv mit Gesellschafts- und Herrschaftsformen zusammenhängt.

Der (private) Haushalt ist eine grundlegend vergeschlechtlichte soziale Organisationsform und ökonomische Basisinstitution, dessen Genese eng mit derjenigen des Hauses verbunden ist. Allgemein bezeich

bottom of page